Grüne: EU-Kommission gibt Druck der Chemie-Lobby nach und vertagt Bienen-Schutz

Nach massiven Protesten der chemischen Industrie vertagt die Kommission die für Montag geplante Abstimmung im EU-Ausschuss über ein Verbot von bienengefährlichen Pestiziden. "Die Kommission darf vor der chemischen Industrie nicht einknicken und den Bienenschutz auf die lange Bank schieben. Wir müssen ein weiteres Bienen-Massensterben verhindern und die bienengefährlichen Pestizide vom Markt nehmen", fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) war Mitte Jänner zum Schluss gekommen, dass Neonicotinoide aus Sicht des Bienenschutzes vor allem in Mais-, Raps- und Sonnenblumenbeständen ein Risiko für die Bienen darstellen. Die EFSA hält fest, dass nur die Verwendung bei Nutzpflanzen, die für Honigbienen uninteressant sind, akzeptabel ist. Daraufhin forderte die EU-Kommission, ab dem ersten Juli drei dieser Pestizide aus dem Verkehr zu ziehen.

Betroffen sind die Insektizide Clothianidin und Imidacloprid von BAYER sowie Thiamethoxam von SYNGENTA. Nach zwei Jahren sollte das Verbot evaluiert werden.

"Gemeinsam mit UmweltschützerInnen und ImkerInnen fordern wir seit Jahren ein Verbot der bienengefährlichen Beizmittels, zumindest für den Maisanbau. Seit Februar vergangenen Jahres behandeln wir unsere diesbezüglichen Anträge in einem parlamentarischen Unterausschuss. Bei all diesen Debatten wird die ÖVP nicht müde, immer neue Ausflüchte gegen einen wirksamen Bienenschutz vorzubringen – der Lobbyismus der chemischen Industrie trifft auch in Österreich auf offene Ohren", meint Pirklhuber.
Den Zusammenhang zwischen dem Einsatz der Maisbeizmittel und dem Bienensterben sehen die ImkerInnen seit Jahren. Auch eine Studie der Agentur für Ernährungssicherheit hat eindeutig den Zusammenhang von Pestizid-Einsatz bei der Maisaussaat und dem Bienensterben nachgewiesen. "Wir brauchen endlich einen wirksamen Schutz, denn die Beizmittel vernichten ja nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen, Hummeln und eine Menge anderer Insekten, welche für die Bestäubung immens wichtig sind", sagt Pirklhuber.

OTS0115 2013-02-22/11:56