Für die EU zählen Fakten und nicht die Hetzkampagnen von Global 2000 und Co.

"Die EU-Kommission hat den Termin zur Abstimmung des vorliegenden Vorschlags vertagt, aufgrund unzureichender Faktenlagen und vieler noch nicht geklärter Fragen. Die österreichische Landwirtschaft hält sich schon seit langem an verpflichtende wirksame Auflagen zum Schutz der Bienen. Und das erfolgreich", zeigt ÖVP-Umweltsprecher Abg. Hermann Schultes auf.

"Das europäische System der Lebensmittelüberwachung zeigt, dass nachweisbare Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei österreichischen Lebensmitteln bis auf sehr seltene Ausnahmen unter den als zulässig geltenden Grenzwerten liegen. Die Auswertungen Österreichischer Studien (AGES) zeigen auch bei gezielt ausgewählten Verdachtsproben ohne genaue Herkunftsangaben geringe messbare Werte. Für die EU zählen Fakten und nicht Hetzkampagnen. Daher werden in der EU in rechtsverbindlichen Entscheidungen auf wissenschaftlicher Grundlage ordentlich vorbereitet" sagt Schultes.

Ein Unfall hat 2008 beim Umgang mit Clothianidin in Deutschland zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit und zu einem fokussierten Problembewusstsein geführt. Das in Deutschland vergleichsweise seltene Auftreten des Maiswurzelbohrers macht daher die Anwendung von Clothianidin nicht unbedingt erforderlich. So kam es zu einer Verringerung der Zulassung von Clothianidin auf eine eingeschränkte Liste möglicher Verwendungen. "Das teilweise Verbot der Anwendung von Clothianidin ohne Prüfung von Alternativen wirft bis heute nicht beantwortete Fragen bezüglich alternativer Strategien und Impulse für die Anwendung gentechnisch verwendeter Saaten auf. Und obwohl seit 2011 der Einsatz bestimmter Beizmittel in Deutschland, Slowenien und Italien verboten ist, geht das Bienensterben in diesen Ländern weiter. Im Vergleich zu Österreich melden Dänemark, Deutschland und Schweiz in den vergangenen Monaten sogar höhere Varroa-bedingte Ausfallsraten von bis zu 40 Prozent aller Bienenvölker im letzten Winter" so Schultes.

In Österreich wurden risikomindernde Maßnahmen gesetzt und das Gesamtrisiko der großen Schäden durch Maiswurzelbohrer durch ein Bündel von Maßnahmen reduziert. So werden in Niederösterreich überhaupt nur mehr 10 Prozent der Maisflächen durch Beize geschützt. Maisbeize kann daher nicht mehr zur Erklärung der weiterhin üblichen Bienenverluste herangezogen werden.

Zusätzlich zur Varroa sind im vergangenen Jahrzehnt rund ein halbes Dutzend Virosen – DWV (Flügeldeformationsvirus), ABPV (Akutes-Bienenparalyse-Virus), CBPV (Chronisches Bienen-Paralyse-Virus), BQCV (Schwarzes Königinnenzellenvirus), SBV (Sackbrutvirus), KBV (Kaschmir-Bienen-Virus), IAPV (Israelisches Akutes-Bienen-Paralyse-Virus) – zur zusätzlichen Gefahr für die Bienen geworden.

"In der österreichischen Landwirtschaft haben wir Maßnahmen und Lösungen seit langem getroffen und umgesetzt. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Imker ihre Ursachen für das Bienensterben nun endlich auch lösen müssen" fordert Hermann Schultes abschließend.
 

OTS0197 2013-02-22/15:03